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am 6. Oktober 2017

Was haben Dr. BERTHA NEUMANN, Dr. MARGARETE OTTILLINGER & Dr. HELENE LIESER gemeinsam?

- Sie werden mit einer Verkehrsflächenbenennung in Liesing geehrt. Wir freuen uns über diesen Erfolg unserer Anträge. Denn laut Wiener Gleichstellungsmonitor sind nur 7% der Straßen im 23. sind nach Frauen benannt, da ist noch Luft noch oben. Drei Vorschläge von uns konnten gemeinsam mit anderen Fraktionen umgesetzt werden.


Helene-Lieser-Platz


Helene Lieser 1898 - 1962 war Wirtschaftswissenschaftlerin und verfasste 1920 die 1. staatswissenschaftliche Doktorarbeit Österreichs. 1938 erfolgte die Emigration in die Schweiz. Nach 1945 war sie leitende Sekretärin der „International Economic Association“. Der Helene-Lieser-Platz ist die unbenannte Verkehrsfläche SCD 06772 in Atzgersdorf.


Dr. Bertha Neumann Park



Mit dem Namen kann eine Frau geehrt werden, die als eine der ersten ein Doktorat in Staatswissenschaften hatte und gemeinsam mit ihrem Ehemann Dr. Karl Neumann und
ihrem jüngeren Sohn Karl in Theresienstadt während NS Diktatur ermordet wurde. Der Verein Steine der Erinnerung in Liesing hat folgendes recherchiert: ​

Dr. Neumann Bertha Berta, geb. Kunreuther, 22.2.1893, Doktor der Staatswissenschaften (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlerin) Liesing, Schulgasse 10/1 (heute Dirmhirngasse 25), deportiert am 24.6.1943 mit Transport 46i nach Theresienstadt, Nr. 839, mit Transport Ev 28.10.1944 nach Auschwitz Nr. 1755, ermordet, Gedenkblatt.

Der Dr. Bertha Neumann Park wird die Grünfläche bei der Rudolf- Waisenhorn-Gasse auf Höhe der Rechten Wasserzeile. Von dort sieht man übrigen wunderbar über das Aquädukt der Wasserleitung nach Perchtoldsdorf.



Margarethe-Ottillinger-Park



Mit dem Namen „Margarethe Ottillinger-Park“ kann eine herausragende Frau geehrt werden, die mit der Stiftung der Wotrubakirche am Georgenberg, eine außergewöhnliche und sicher einmalige Leistung im Bezirksteil Mauer vollbracht hat. Sie hat auch ihre letzte Ruhestätte in Mauer. Bislang ist nur eine winzig kleine Sackgasse neben der Wotrubakirche nach ihr benannt, dem Ottillinger-Platz. Sie lebte von  1919 bis 30. November 1992 in Wien, war Dkfm., Dr.,Kommerzialrätin, Managerin, Beamtin. 1941 promovierte sie zum Doktor der Handelswissenschaften. Neben ihrem Studium arbeitete Ottillinger bei einer Spedition, einer Kaffeefirma und den Veitscher Magnesitwerken. Danach wurde sie Referentin für sozialwissenschaftliche Fragen und Leiterin der statistischen Abteilung bei der Reichsvereinigung Eisen, Außenstelle Südost. 1944 wurde sie Leiterin der Geschäftsstelle Wien.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Ottillinger Geschäftsführerin des Fachverbandes Berg- und Hüttenwerke der Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft. 1946 wurde sie Konsulentin für Wirtschaftsfragen beim Bundesminister für Vermögenssicherung und Wirtschaftsplanung, Peter Krauland, wo sie maßgeblich an der Erarbeitung der Wirtschaftspläne für den Wiederaufbau

Österreichs sowie an der Marshallplanhilfe für Österreich beteiligt war.Am 5. November 1948 wurde sie an der Ennsbrücke bei St. Valentin durch Angehörige der sowjetischen Besatzungsmacht festgenommen. Im Mai 1949 wurde Ottillinger wegen Beihilfe zum Landesverrat sowjetischer Offiziere und wegen Wirtschaftsspionage zugunsten der Vereinigten Staaten zu 25 Jahre Zwangsarbeit verurteilt. Nach Inhaftierung im Gefängnis des sowjetischen Geheimdienstes, der Lubjanka, in Moskau und diversen Lagern in der Sowjetunion, erkrankte Ottillinger schwer und wurde in ein Invalidenlager verlegt. Nach Abschluss des österreichischen Staatsvertrages kehrte die Handelswissenschaftlerin am 25. Juni 1955 nach Österreich zurück.  Im Juli 1956 wurde das Urteil gegen sie offiziell aufgehoben.

Nachdem Margarethe Ottillinger sich gesundheitlich wieder erholt hatte, wurde sie zuerstKonsulentin, 1957 Prokuristin und später Vorstandsmitglied der neugegründeten Österreichischen Mineralölverwaltung ÖMV. Neben ihrer Tätigkeit bei der ÖMV war sie im Aufsichtsrat der Elan-Mineralölvertriebsgesellschaft, der Petrochemie Schwechat, der Adria-Wien-Pipeline-Gesellschaft und anderen Tochtergesellschaften der ÖMV. Weiters war sie Vorsitzende des arbeitsrechtlichen Ausschusses und Ausschussmitglied des Fachverbandes der Erdölindustrie Österreichs, Kuratoriumsmitglied des Afro-Asiatischen Instituts und von Pro Oriente.

Auf ihre Veranlassung hin wurde auf der Fläche der ehemaligen Luftwaffenkaserne am Georgenberg die Wotruba-Kirche errichtet, da sie ein Gelübde abgelegt hatte, eine Kirche zu errichten, falls sie aus dem Lager in Sibirien entkommen sollte. Die Grünfläche zwischen Rudolf-Zeller-Gasse, Rudolf- Waisenhorn-Gasse und Anton- Krieger-Gasse wird als „Margarethe -Ottillinger Park“ benannt.

Monika Wildauer, Cordula Höbart, Renate Vodnek, Hilla Faseluka